Auf der Suche nach Momenten

geschrieben Dezember 2016

Mitte Oktober war es soweit und ich schaffte es, die Hemden vom Norisring, der Ende Juni war, zu bügeln und in den Schrank zu hängen für ihren nächsten Einsatz in 2017. Das ist seit 4 Jahr auf´s Neue der Moment, wo ich merke und mir bewusst wird: der Sommer ist vorbei!
Dann fängt für mich die Zeit zum Auf-, Ab- & Nacharbeiten an. Die Zeit des Jahres, wo ich mich rarmache, mal weggehe, mich mit uralten Freunden treffe um Platz für #Neues zu schaffen. Beim Laufen fiel mir auf, dass es das Selbe im Wald ist. Im Herbst/Winter werden die Wälder aufgeräumt und auf das Frühjahr vorbereitet. Radikal, aber notwendig. So auch bei mir. Dazu kam noch die Unlust auf Sport. Ja, das gibt es bei mir auch und ist auch gut so. Solange nicht noch „Sport macht mir keinen Spaß“ dazu kommt, ist alles gut. Aber genau das war mal wieder der Fall. Den Spagat zwischen Beruf & Freizeit irgendwann mal nicht geschafft und dann kommt es schleichend und leise. Dann stehst du da und fragst dich, wann dieser Moment war.
Dann ist es an der Zeit für mich was zu machen, an mich ganz alleine zu denken und zu überlegen, was & wie mir wieder der Spaß kommt. Und siehe da: Trailrunning-Festival Salzburg. Warum also nicht Salzburg zu Fuß erkunden und ein bisschen mehr? In Salzburg war ich schon ewig nicht mehr und ist im Herbst sicher eine Reise wert, auch wenn die Distanzen nicht unbedingt so meins sind.
So bin ich dann bei schmuddeligen 5° und Nieselregen am vorletzten Oktober-WE nach Salzburg getingelt. Getingelt, weil auf der A9 mehr Stau angezeigt war, als km. Ab Richtung Regensburg und dann die A92 runter. Wer hätte gedacht, dass mein Navi meint, mich über die einsamen Käffer schicken zu müssen?! Aber genau da hat mein WE begonnen. Einsame wunderschöne alte Bauernhöfe, Alleen wie im Bilderbuch und dazu noch ein perfekter goldener Herbsttag! Es war wunderschön, alleine schon der Weg nach Salzburg und die Zeit verging mit guter Musik dazu noch wie im Flug.
Angekommen ging es dann direkt mit Sack & Pack zur Startunterlagenausgabe, weil der 1.Lauf auch direkt noch heute ist. Samstag 16 Uhr. Ich habe mich für den Trail Amadeus angemeldet. Samstag, Festungstrail mit 15 km und 570 Höhenmeter bestehend aus 2 Runden und Zielankunft auf der Festung Hohen Salzburg und Sonntag, Gaisbergtrail mit 22 Kilometer und 1.135 Höhenmeter ergibt zusammen den Trail Amadeus. Soll sich ja schließlich rentieren das ich hier her gefahren bin!
Nachdem ich meine Unterlagen hatte bin ich erstmal ins Hotel, was nur 300 m vom Start weg war. Ein wunderschönes Altstadthotel mit einer Geschichte die bis 1429 zurückführt. Der Name war natürlich Programm, auch wenn ein klitze kleiner Schreibfehler war: Hotel Wolf. Aber da konnte ich darüber hinweg sehen *lach! Kurz mein Zimmer begutachtet und direkt in die Laufklamotten geworfen. Kurz natürlich bei dem Wetter. Über 8 Ecken zum Start (ich habe über diese 2 Tage es tatsächlich NICHT geschafft, den direkten Weg zu nehmen!) und dann ging es schon los. 2 Runden um die Festung und noch ein 3. Mal, da ja der Zieleinlauf in der Festung war. Viele Treppen, sogar im Verhältnis viel Trail und noch mehr kleine steile Anstiege machten es zu einem richtig tollen Lauf. Beim 2. Mal um die Festung bin ich wohl etwas langsamer hoch, was mir aber sowas von wurscht war, weil der Strecke an sich so viele Fassetten hatte und so schön war, das es nebensächlich war. Die Sonne war bereits untergegangen und es wurde schlagartig kalt, sodass ich im Ziel nur kurz was getrunken habe und direkt meinen Weg ins Hotel zurück gesucht habe. Ja, der Lauf hat einige Körner abverlangt und ja, ich merke das Nicht-Training, aber genau dafür bin ich ja schließlich hier. Die Badewanne war Goldwert und auch, dass ich 3x beim Lauf an einem Lokal vorbei bin, was sich als ein wahres Prachtstück im Herzen der Altstadt entpuppt hat nach betreten. Nach einer heißen Kürbissuppe gab es noch Ofenkartoffel mit Hähnchen. Die Nachspeise musste ich streichen. Ich war Papp satt, was mir die nötige Bettschwere gab.
Am Sonntagmorgen war der Start um 9:45 Uhr wieder bei strahlend blauen Himmel und Sonne. Es ging über den Kapuziner-, Küh- und Gaisberg und somit über fast alle Salzburger
Hausberge, bevor das Ziel wieder am Kapitelplatz war. Mega knackige Anstiege, traumhafte Singletrails und einen Downhill, wie ich ihn mir nicht lieber gewünscht hätte! Ein Laufevent was ich sehr empfehlen kann für alle, die mal ein paar HM testen wollen. Super organisiert und wirklich ein Augenschmaus!
Dass ich so viele Bekannte treffe, hätte ich auch nicht geglaubt, aber genau deshalb war es von Nöten mal wieder raus aus dem Trott zu kommen, #Neues zu sehen und zu #entdecken um wieder Spaß daran zu finden!
Das mein Heimweg über die A9 länger als erwartet und geplant war, lasse ich jetzt mal so stehen…ich hatte ja jetzt wieder Momente gesammelt an denen ich wieder zehren kann!

…zu den Bildern 📸 geht´s hier lang!