Aus der Sicht eines Veranstalters

geschrieben Januar 2015

Aus der Sicht eines Veranstalters

Knapp 24 h hat Silvester für mich gedauert, davon 2 h über Mitternacht zum „rüber rutschen“ Angefangen am Silvester Morgen um 4:46 Uhr mit Tee- und Kaffee kochen, Auto voll räumen um anschließend pünktlich am Start- Zielbereich zu sein, um alle Teilnehmer zu ihrem längsten Saisonabschluss zu begrüßen. Bis 9 Uhr war ich aufgeregt und aufgedreht wie ein kleines Kind kurz bevor das Christkind kommt (schlimmer als die Teilnehmer selbst), nur hat meine Nervosität fast 12 h gedauert. Alles, aber auch wirklich alles ist mir dann tatsächlich erst am 2. Januar an Anspannung abgefallen, wie die Mails mit den Urkunden und den Links zu den Bildern raus waren. Aber der Reihe nach: Nach einem kurzem Briefing um 8:30 Uhr waren dann alle StarterInnen pünktlich um 8:50 Uhr mitten auf der Straße in Höhenberg um zusätzlich bewaffnet mit Gamaschen und Schneeketten, sich auf ihren bevorstehenden Ultra zu begeben. Punkt 9 Uhr dann endlich mit einem lauten *trööööööööt allen nochmal lockere Beine und viel Spaß in der Schneelandschaft auf die Strecke geschickt. Weg…sie sind weg…ein kleiner Meteorit ist mir schon mal abgefallen…Café, ich brauche Café um mal runter zu fahren. Glühwein war ja noch keiner da, Sekt auch nicht. Nach Café und etwas klar-Schiff-machen ging dann die Fahrerei los. 1.Anlaufstelle war die B8 hinter Neumarkt nach gut 5 km. Spuren im Schnee lesen…alle schon durch. Also weiter zur 299, wo der Kanal kreuzt und ebenfalls ein Schild hing. Warten…die werden doch nicht schon durch sein?! Warten…und da, da sehe ich welche! 4; 3 Läufer und eine Läuferin. Erleichterung. Nach kurzer Rücksprache habe ich erfahren, dass die 1. Zwei schon durch sind. *Panik. Ich muss zur Verpflegungsstelle 1! Die habe ich komplett im Auto. Also ab ins Auto und los. Nur leider ist das hinter Neumarkt nicht ganz so meine Ecke und ich drehe extra km weil ich falsch rum um den Buchberg fahre. Die „helfenden Hände“ der VP I waren schon vor Ort und so war der Aufbau ratz fatz erledigt. Warten…und da kommen sie. Die 1. Zwei erreichen nach 18 km in 1:40 h die 1.Anlaufstation. Auch hier kurze Rücksprache wie es läuft und ob alles ok sei. LÄUFT und ein breites Grinsen erleichtern mich. Beruhigend zu wissen, dass die 2.Verpflegungsstelle ich nicht im Auto habe und mein Bruder diese aufbaut, bleibe ich noch und warte bis fast alle durch sind, bevor ich mich weiter auf den Weg mache. Eigentlich wäre ich ja gerne zur Fotografin gefahren, die ihre Kinder den Hang mit dem Schlitten hinter dem Trend in Postbauer-Heng tröstet, aber mein Auto wollte einfach den Berg nicht hoch. Dafür Ralf angetroffen, der auf Grund einer noch nicht auskurierten Erkältung nicht starten konnte, dem ich von unterwegs Meldung machte, wo die Teilnehmer gerade unterwegs sind. Auf zum nächsten Aussichtspunkt. B8 hinter Postbauer-Heng. Da habe ich dann den 3.Läufer angetroffen, gefolgt von einem Mixed-Team. Zeit sich auf den Weg zur 2.VP zu machen. Hinten durch die Bäume habe ich tatsächlich noch die Spitze flitzen sehen! Die 2.Versorgungsstation war bestens aufgestellt mit vielen „helfenden Händen“ inkl. einem Fotografen, Feuerkorb und Heizpilz. Es läuft. Erleichterung. Noch 4-5 LäuferInnen abgewartet, bevor ich mich auf den Weg zum Ziel mache, um den 1. bloß nicht zu verpassen. Nach einem kurzen Abstecher zur Wolfstein-Schleife, wo mir dann tatsächlich der 1. entgegen kam mit den Worten: etz schick dich aber! Bin ich direkt ins Ziel gefahren. Medaillen & Präsente einpacken und ab auf die Straße, wo ich den Morgen um 9 Uhr alle auf die Strecke geschickt habe. Rechtzeitig, bevor Stefan nach 4:59:33 h ins Ziel kam. Was für ein zähes Kerlchen! Nur 20 min langsamer als das Jahr zuvor, wo es „nur“ kalt war, hat er sich durch geackert. Sensationell! Knapp 20 min später kam dann auch Phil ins Ziel, der ein paar extra km gedreht hat um die „Aussicht über Neumarkt“ zu finden, die ich auf einem meiner Schilder so nett ausgeschrieben habe. Mittlerweile ist Höhenberg komplett im Nebel versunken und an eine „Aussicht“ war nicht mehr zu denken.  3 h stand ich dann da auf der Straße bewaffnet mit Medaillen und Präsenten um keinen einzigen zu verpassen. Nudeln gab es auch für mich, ebenfalls im Freien. Nach und nach durfte ich dann alle im Ziel willkommen heißen. Um kurz vor dem Zeitlimit kamen dann auch die letzten 2 Damen ins Ziel mit einem breiten Lächeln und glücklich, es noch rechtzeitig geschafft zu haben (wobei das Zeitlimit nicht vorrangig war!) um 17 Uhr dann von mir eine kurze Zusammenfassung und der Verlosung des Gutscheines für ein Paar Laufschuhe von PearliZumi, bevor dann nach und nach alle Richtung Heimat aufgebrochen sind, um das Jahr 2014 ausklingen zu lassen. Dank einiger fleißigen Helfer war alles sehr schnell im Sportheim abgebaut und ins Auto verräumt, wo ich dann auch um Punkt 19 Uhr sah´s. Nach kurzem Überlegen wie ich etz heimfahre, beschloss ich, noch die gleich Schilder auf meinem Heimweg mit zu nehmen. Also Auto an und los, dass 1.Schild war ja nur 500 m vom Ziel entfernt. Nur leider hatte ich den Feldweg breiter in Erinnerung und so hab ich meinen Rutsch ins 2015 schon etwas früher eingeläutet. Ich sahs etwas arg schräg im Auto und kam weder vor noch zurück. Na toll…was soll´s, dachte ich mir. War ja schon irgendwie fast klar, dass mein Jahr 2014 so enden sollte und musste lachen. Also auf Richtung Sportheim, jemanden suchen der mich da raus zieht. Gesagt – getan, der 1. den ich ansprach war auch gleich der Richtige und hat mich mit seinem Landrover inkl. Licht auf dem Dach und Räumschild raus gezogen. Mit etwas Verspätung (für was eigentlich?) hab ich mich dann auf den Weg zu den anderen Schildern gemacht, bevor ich dann endgültig um 20:30 Uhr Zuhause war.  Kiste um Kiste dann noch eben das Auto geleert, angefangen zu verräumen und Spülmaschine voll zu laden, bevor ich mich dann um 23:30 Uhr auf machte, um noch pünktlich mit Freunden ins 2015 zu „rutschen“. 2 h hab ich es mir gut gehen lassen, bis die Müdigkeit mich dann doch überkam und ich, bevor es dann schließlich um 3 Uhr ins Bett ging, eben noch eine Spülmaschinenladung verräumte. Neujahr dann Bilder laden, was (trotz verkleinern) dennoch 1 Tag und 1 Nacht gedauert hat, Urkunden schreiben, Skianfragen bearbeiten, abspülen und wieder verräumen. So unsportlich habe ich ein neues Jahr noch nie begonnen. Wollte aber so schnell wie möglich alles erledigt haben, weil sich ja alle mit Spannung auf die Bilder und Ergebnislisten gewartet haben. Dank des Ladens der Bilder war mein PC einfach zu langsam um noch etwas anderes daran zu machen und so hab ich mir die Zeit genommen, mir die Skipiste am Entenberg persönlich anzusehen, was ein trauriger Anblick war! Am 2. dann noch die Mails raus mit den Links zu den Bildern und Urkunden und mein Part war hiermit erledigt. Von der Küche und Garage, die immer noch voll standen mal abgesehen. Nach 2 h kompletter Bewegungslosigkeit auf der Couch (ich war einfach nicht in der Lage irgendetwas zu tun!) ging es dann noch mal den 2.Teil der Strecke ab zufahren um auch noch den Rest der Schilder einzusammeln. Mit dem letzten Schild ist dann auch die letzte Anspannung abgefallen und freue mich schon wieder auf das nächste Event, das ich planen und organisieren darf!