Plan C, oder: manchmal muss man sich zu seinem Glück zwingen

geschrieben Mai 2017

Nachdem Plan A war, am Freitag nach Imst zu fahren und mir ein entspanntes WE zu machen, wurde dann Plan B. Plan B war Samstag fahren, der wiederum war ebenfalls zum Scheitern verurteilt, weil auf der A9 ein mega Stau war, wo selbst jegliche Umleitungen dicht waren und ich schlichtweg keinen Bock hatte 5 h und mehr nach Tirol zu fahren. Plan C war eigentlich eher aus dem Bauch raus. „Falls mich morgen früh der Teufel reitet“ oder halt doch ein bisschen Ehrgeiz und/oder Geiz, nochmal ein Haufen Startgeld in den Wind zu schießen (war ja schon in Innsbruck nicht am Start)
Wie dem auch sein, aufgestanden, geduscht, sieben Sachen zusammen gesucht und ab auf die A9 nach Imst zum 2.Imster Radmarathon. Was hätte ich den sonst mit meinem Sonntag angefangen. Um 3:40 Uhr war noch gähnende Leere auf der Autobahn und so kam ich, inkl. Stopp, pünktlich um 7 Uhr in Imst an. Auto geparkt, Startnummer abgeholt, nochmal Pippi gemacht, angezogen um um 7:30 Uhr an der Startlinie zu stehen. Kann man schon mal machen. 20 km hab ich gebraucht um mich einzucruisen, zu beruhigen, wach zu werden und in meinen Tritt zu kommen. Fantastische Strecke mit traumhafter Kulisse und saftigen Anstiegen. Klar, sind ja auch in den Bergen. Wie viel km waren es gleich nochmal? Egal. Einfach nur treten und das Hier und Jetzt genießen. Die Verpflegung in der Arena47 im Ötztal beim KM 53 war fantastisch und genau richtig. Halbzeit und ich freute mich wie ein kleines Kind. Jetzt nur noch mehr 50 km! Gestärkt und motiviert stieg ich auf´s Rad und für noch exakt 6 km bis bei einer kleinen Abfahrt ich etwas klappern hört. Angehalten, ab gestiegt und zurück gelaufen. Was auch immer das ist, es sieht wichtig aus. Zurück zum Rad und mit Entsetzen festgestellt: das gehört zu meinem Rad. Kurbeln nachgezogen und wieder drauf. Keine 100 m hatte ich die linke Kurbel am Klicker. Nochmal alles nachgezogen und 20 m weiter waren beide Pedale vorne. Sinn macht das jetzt nicht mehr. Der Besenwagen hat mich und mein Rad aufgeladen und so bin ich den Rest der Strecke als Schlussfahrer dabei gewesen. Wirklich schöne Strecke! Im Ziel dann noch oben über die Zeitmatte, damit ich das wenigstens noch beenden konnte. Auch wenn die Zeit zweitrangig war. Kurz gestärkt und geduscht bin ich auch direkt wieder ins Auto um rechtzeitig am Sonntagabend im Bad zu sein für meine Kunden. Stau hat es mir nicht angezeigt und so kam ich bis München auch gut voran. Die Müdigkeit überkam mich und auch stockender Verkehr was dann die Vernunft siegen ließ und ich meinen Abendtermine abgesagt habe. Muss nicht sein…
Fazit: sehr schöner Radmarathon um sich die Berge mal anzusehen und zu testen, wie die sich so fahren lassen. Klasse Organisation und das Drum rum war auch fantastisch und das mit dem Rad?! Kann immer passieren, wie halt ein Bodschen auch…

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