Zwangsurlaub, wegen Gewinnspiel oder: Vienna Open Water 2018 

geschrieben Mai 2018

Geplant war es so nicht, aber wenn ich schon mal was gewinne, dann nehm ich das auch gerne an und hab meinen eigentlich geplanten Urlaub ab Donnerstag bis Montagvormittag kurzerhand verlängert. Dann halt ab Dienstag schon. Warum nicht. Kann man schon mal machen am Dienstag nach Wien mit dem Zug fahren um zu schwimmen.

Nachdem mein Urlaub so geplant war, dass ich mit meinen Eltern zur Verwandtschaft nach Niederösterreich und dann weiter in die Slowakei fahre, hab ich mir überlegt mit dem Zug nach Wien zu fahren, weil ich ja einen Startplatz für das Vienna Open Water über die 3,8 km gewonnen habe. Mama würde aber gerne mit. Papa nicht. Er fand es „a Gschmarre“ erst bei den Verwandten vorbei zu fahren um dann 2 Nächte in Wien zu bleiben, bevor wir zurück fahren, 2 Nächte bei Tulln sind und dann wieder an Wien vorbei in die Slowakei zu fahren. Verständlich. Würde ich so auch nicht machen. Eigentlich. Mama will aber. Also 2 Zugtickets gekauft und die Airbnb Wohnung aufgestockt. Soweit so gut.

Dienstag dann mehr als pünktlich von Neumarkt aus nach Regensburg mit dem Zug. In Regensburg dann beim Umstieg erfahren: Suizid zwischen Nürnberg und Regensburg. ICE hat 15 Minuten Verspätung. Auch ok. Spontan dann noch einen Sitzplatz reserviert, weil Mama ja ein dickes Knie seit 5 Tagen hat. Sicher ist sicher. Endlich ging es dann auch in den Zug. Sitzplatznummer gefunden. „Da sitzen aber schon 2 Damen, die sind aber schon länger im Bistro.“ „Hab auch reserviert. Wir setzen uns jetzt da hin.“ Häuslich eingerichtet und erstmal das Essen ausgepackt. Irgendwer kam dann darauf: „Haben Sie denn im Wagen 21 ihren Sitzplatz?“ „Ähm“ schweigen. „Wagen 27“ Ach herrje, zumindest haben wir für die Belustigung gesorgt und das Ganze ein bisschen aufgelockert. Mama wollte sich die Beine eh vertreten und ging Wanderschaft. Als sie zurückkam meinte sie: „Unsere Sitzplätze sind in einem komplett freien Abteil.“ „Willst etz umziehen?“ „Klar!“ Dass meine klitze kleine Reisetasche gefühlt 20 Tonnen hatte, sollte ich vielleicht noch erwähnen. Also ganzes Graffel zusammen gepackt und von ganz vorne nach ganz hinten in den Zug umgesattelt. Meine Tasche wollte ich danach holen. Nach gefühlter 20 minütiger Wanderschaft dann den passenden Wagen UND die passenden Sitzplätze gefunden. Ich wieder retour um meine Tasche zu holen. Als ich dann vorne, oder hinten, war, waren wir eh kurz vor einem Stopp vor Passau und ich entschied mich, mit meiner Fracht außen über den Bahnsteig meinen Wagen zu wechseln. Geschafft, endlich sitzen und schlafen!!!

Der ICE hat noch gut aufgeholt und mit 9 Minuten Verspätung waren wir dann in Wien. Ticket für die U-Bahn kaufen. Boa…gar nicht so einfach, aber nachdem wir bis Donnerstag hier sind, haben wir uns gleich ein 72 h Ticket geholt. Dann halt Wien von A nach B im Untergrund erkunden. Etz nur noch die passende U-Bahn finden um zum Treffpunkt für die Schlüsselübergabe zu kommen. Leichter gesagt, als getan. Das Wasser lief mir hinten und vorne runter und so langsam schwand die Zeit. Umsteigen. Ab in die nächste U-Bahn. Endlich am Kardinal-Nagl-Platz. Klassiker: falsche Seite raus, genau da, wo weder Aufzug noch Rolltreppe für Mama vorhanden war. Also Treppen hoch. Zeitgleich kam die Nachricht mit einem Screenshot, wo ich hin soll. *wuhuuuuuuu – genau da hin, wo der andere U-Bahn Ausstieg MIT Rolltreppe UND Aufzug war. Keinen Kommentar. Mama bei einem Kaffee mit den Taschen geparkt und im Laufschritt zur Schlüsselübergabe. Zurück zu Mama, Hühner gesattelt und die Treppen wieder runter zur U-Bahn *YEAH! Rein in die U-Bahn, nach 4 Stationen umgestiegen und dann zu Kaisermühlen, weil dort auch die Wohnung war. Taxi gefragt, ob er uns zu dieser Adresse fährt, der aber zeigte nur mit dem Finger auf Hochhäuser in 500 m Entfernung. Also, wir liefen los. Dass ich mittlerweile komplett triefend nass geschwitzt bin und einfach nur durch war, nur ganz am Rande. In einer Stunde ist der Schwimmstart und wir noch nicht mal in der Wohnung. Stiege Nummer 8. Wir standen vor Nummer 1. Dass der ganze Komplex 8 Stiegen hat und gefühlte 2 km auseinander lagen, wussten wir bis dahin noch nicht. Nummer 3. Wir nähern uns! Stiege Nummer 4. Nochmal in er App geguckt und wollte es nicht wahr habe. Stiege 8, Etage 4. *WTF….zurück und dann ENDLICH die Wohnung gefunden. Ablegen, Bikini an, Tasche aus- und passend wieder eingeräumt und wieder raus. TAXI!!! In 20 Minuten war Schwimmstart. Startnummern Ausgabe hatte offiziell nur bis 17 Uhr geöffnet. LÄUFT würde ich sagen! Taxifahrer: „Was ist Vienna City Beach?“ „A…“ Klar, wären ja nur 7 Minuten Fahrt und somit für keinen Taxler uninteressant. Hatte aber am Weg von der Wohnung zum Taxistand schon sicherheitshalber UPER installiert und auch direkt eines bekommen. 4,11 € in einer Nigel Nagel neuen E-Klasse. Warum nicht gleich so. Noch 5 Minuten laufen und dann waren wir auch „schon“ da. Im Vorbei gehen noch eben einem guten Freund zum Geburtstag gratuliert, der kurzerhand meinte: „ich komme auch da hin!“ *freu

„T´schuldigung, bekomme ich noch meine Startunterlagen?“ „Klar! In 12 Minuten ist aber der Start. Schick dii!“ „Hetz mich nicht, so kann ich nicht.“ „Dann lass dir Zeit.“ „Danke, geht doch.“ Klamotten aus und Neo an. „Das geht ja echt fix bei dir! Hast nu 8 Minuten.“ „Könnt ja noch nen Café trinken.“

Ab in die alte Donau zum Neo fluten. Kurz orientiert und mir ein schönes Plätzchen für den Start gesucht. Aha. Da vorne muss ich also hin schwimmen. Naja, zumindest ist da eine Boje. Keine 2 Minuten später ging es dann auch schon los. Nach ein paar Metern hab ich dann schon Mama & Sascha am Ufer entdeckt und ihnen zwischen dem Luft holen kurz gerufen und das Bein raus gehalten, damit sie mich auch erkennt.

Dann war auch schon die erste Boje da und ich hab meinen Rhythmus gefunden. Vor der nächsten Boje, also nachdem Stück gegen die Strömung, hab ich erstmal die eine Mitschwimmerin gefragt: „T´schuldigung, da durch und dann rechts?“ „Ja, dann rechts und wieder zur nächsten Boje.“ „Danke!“ Also durch die Bojen und wieder mit der Strömung zur nächsten Boje, bevor es dann alles wieder retour ging und dann einmal quer wieder zum Start für die zweite Runde. Schön hier. Wasser ist wirklich sehr klar und auch von der Temperatur genau die richtige Abkühlung nach der (Tor)Tour. Am Ufer wieder Mama & Sascha stehen sehen und kurz angehalten: „Ich schwimm noch ne Runde. Bin gleich wieder da!“ Dieses Mal hab ich – kenne ja jetzt den Streckenverlauf – drauf geachtet wie es so ist, mit und gegen die Strömung zu schwimmen. Das war mir bei der ersten Runde gar nicht so bewusst. War einfach noch mit der Abkühlung beschäftigt. Beim Queren der Donau hab ich mich dann doch noch auf den letzten Metern ein bisschen angestrengt und bin sogar noch Beine geschwommen. Nach 1:15 h war es dann auch schon vorbei und was soll ich sagen: kann man schon mal machen, an einem Dienstag mit dem Zug nach Wien zu fahren um in der Donau zu schwimmen!

Danke nochmal Steffi für die Wegweisung 😉 und auch euch im Ziel nochmal getroffen zu haben!!!

Für mich war es nochmal ein Testschwimmen für den weiteren Urlaub, der ja eigentlich geplant war und der jetzt anfängt. Was das ist, das erfährst du dann am 1.Juli im nächsten Newsletter…

…zu den Bildern 📸 geht´s hier lang: